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2018-09-09 Flugtag Modellfluggruppe Grenchen
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Lärmminderungsverfahren

Jeder Verkehrsträger, sei es Strasse, Schiene oder eben „die Luft", bringt einen gewissen Schall­pegel; be­sonders in der 3. Dimension. Mit etwas Köpfchen und Rücksichtnahme können wir diesen Pegel als Piloten selber stark beeinflussen. Helfen Sie mit!
 
 

Fly high / Fliege hoch

Die Menschheit hatte schon immer den Traum, wie ein Adler in grosser Höhe zu gleiten und die Erde von oben herab zu betrachten. Wenn wir es dem Adler gleich tun, haben wir als Piloten zwei weitere Vorteile:

  • Sicherheit: bei einer Panne genügend Zeit für eine Ana­lyse des Problems zu haben und danach die nötigen Schritte einzuleiten. Also, grosse Höhe, grössere Sicher­heit, bessere Chance ein Not­lande­feld zu erreichen und erst noch weniger Lärm.
  • Schallpegel: dieser nimmt im Quadrat zur Entfernung zur Lärmquelle ab. Wenn wir also 4000ft statt nur 2000ft über Grund fliegen, so machen wir nur noch ¼ des Lärms! Deshalb zum Wohle für uns alle „Fly high".
 
 

Routenplanung

Ein Flughafen mit einer Flugverkehrsleitung bringt den Vorteil mit, dass ein An – oder Abflug vom und zum Flug­hafen immer auf dem direktesten Weg erfolgen kann. Bei einer westlichen Startrichtung, also 25, und einer Destination im Osten bringt eine südliche Ausflugs­route das optimale Ergebnis. Kein Gegen­verkehr durch die an­fliegen­den Flug­zeuge und dadurch Ver­minderung des Immissions­pegels im Flugplatz- sowie Volten­bereich. Planen Sie Ihre Anflüge so, dass möglichst ein Direkt- oder Geradeausflug unter Vermeidung der Volte statt­findet.

 

 

Flaps and Gear setting / Landeklappen und Fahrwerk

Im Autosport werden Fahrtechniken eingesetzt um das Maximale des Möglichen zu erzielen. Bei Kurvenfahrten werden Bremsen und Gasgeben zur gleichen Zeit aus­geführt oder mit Vollgas zur nächsten Kurve gefahren, um dann voll in die Bremsen zu steigen. Uns ist allen klar, dass dies einen grossen Verschleiss von Bremsen und Benzin ergibt; jede Energie die aufgebaut wird, muss ja wieder vernichtet werden. Ist die Verzögerung aber zu stark, muss mit mehr Energie wieder reguliert werden. Dieses Zusammenspiel er­fah­ren wir beim Ausfahren von Landeklappen und oder Fahr­werk. Beides verursacht Widerstand und bedingt eine Erhöhung der Leistung. Deshalb fahren wir das Fahr­werk im Downwind abeam Pistenschwelle und nicht schon in Biel aus oder setzen bei starkem Wind die Landeklappen auf Stellung „eins" oder „zwei" und nicht auf „voll". Bei all diesen Manipulationen benötigen wir weniger Leistung und verursachen so weniger Lärm. Überlegen Sie sich bei Direkt- oder Gerade­ausanflügen auch immer, wo jetzt "bei abgewickeltem Flug­weg" abeam Pistenschwelle wäre und erstellen Sie erst dort Anflugkonfiguration. Beachten Sie aber in jedem Falle die Vorschriften in Ihrem Flug­zeug­hand­buch AFM.

 

 

„Verwandtenflüge"

Alle noch so grossen Anstrengungen zur Reduktion der Lärmeinwirkungen können in ein paar wenigen Se­kunden zunichte gemacht werden, wenn das kleine Teufelchen, dass ja bekanntlich in uns allen steckt Überhand gewinnt: TIEF, MIT GROSSER QUERLAGE UND HEULENDEM MOTOR sein "Können" zu be­weisen. Wir wissen es besser und nehmen diese Verwandten lieber auf einen Rundflug mit, so haben alle Beteiligten etwas davon. Tiefflüge haben Sie doch ganz einfach nicht nötig! Sie beweisen ja Ihr Pilotenkönnen mit Professionalität und Seriosität.

 

Sinkflug

Herr und Frau Sturzflug möchten gerne landen! Also „stossen" und runter damit. Passa­gier Küssli muss fast die Füsse einziehen, weil Pilot Tiefflug bei Oen­singen für den Anflug schon auf 2500ft fliegt; mehrere hundert Anwohner erschrecken und ärgern sich. Das kann man ohne Probleme vermeiden, wenn die Regel mit der „Grossmuttersinkrate" von 500ft/Min an­ge­wen­det wird: Bei einer Flughöhe von 8000ft und einer Mindest­höhe von 3500ft beim Melde­punkt muss eine Höhe von 4500ft abgebaut werden. Bei der Anwendung der Gross­muttersinkrate brauchen wir also 9 Flug­minuten. Bei einer Fluggeschwindigkeit von 120kt, also 2NM/Min muss der Sinkflug 18NM vor dem Meldepunkt begonnen werden. Ohne Stress und angenehm für alle Passagiere. Dazu kommt noch die Reduktion des Lärmpegels. „Ideal" !

 

 

Powersetting / Leistung

Jeder Start ist ein Erlebnis. Leistung gesetzt und los; Geschwindigkeit nimmt zu - ab in die Freiheit. Bei hoher Drehzahl ist die Umfangsgeschwindigkeit der Pro­peller­spitze nahe am Überschallbereich. Wenn jetzt mit Festpropellerflugzeugen noch flach gestiegen wird, verursacht die Vorwärts­be­wegung eine zusätzliche Erhöhung der Drehzahl, was den Lärmpegel massiv erhöht. Wenn wir die im AFM vorgeschriebene Steig­ge­schwindig­keit Vy (beste Steigrate) einhalten, ergibt dies auch lärmmässig eine optimale Situation. Bei Flug­zeugen mit Verstell­propeller bleibt die Drehzahl auch mit unter­schied­lichen Steig­ge­schwindig­keiten gleich. Wichtig ist hier einfach, dass Sie baldmöglichst nach dem Start die erste Leistungsreduktion vornehmen (safety first). Vy ist auch bei dieser Flug­zeug­kategorie die optimale Steig­ge­schwindig­keit. Auf diese Weise kann der Schall­pegel markant reduziert und für uns alle an­genehmer gemacht werden. Beachten Sie dazu Ihr Flug­handbuch AFM.

 

 

Einhaltung der Platzrunde

Lärm wird oft gesehen statt nur gehört. Häufig hören wir von An­wohnern auch: "Auch die Piloten sollen sich an die Regeln halten; wenn wir dies auf der Strasse nicht tun, werden wir auch gebüsst". Merken Sie etwas? Ja richtig, auch wenn Volten keine Schienen sind, setzen wir alles daran, die Platzrunde genau zu fliegen, ins­be­sondere die Dörfer zu meiden! Weichen Sie also nur aus Sicher­heits­gründen von der Volte ab. Auch das ist Rücksichtnahme. Beachten Sie bitte besonders die Hin­weise auf kritische Bereiche sowie die Fern­richt­punkte, die Ihnen das genaue Abfliegen der Volte ver­einfachen helfen. Daraus ersehen Sie auch, dass An- und Abflüge von oder nach Süden grundsätzlich nur über die Outer-Base bzw. den Outer-Crosswind er­folgen. Und der ganz geschickte Pilot kalkuliert sogar noch den Wind ein, damit er nicht "über die Dörfer ge­blasen" wird. Rück­sicht­nahme im Quadrat. Danke, auch namens der Anwohnerschaft um einen mit zwi­schen 65'000 und 70'000 Starts und Landungen jähr­lich vielbeflogenen Regionalflughafen.

 
 
 
     
 
 
 

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